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Unternehmer des Jahres

Unter dem Begriff “Unternehmer des Jahres” hab ich bisher immer eine Auszeichnung für Personen verstanden, die eben ihr Unternehmen besonders erfolgreich geführt haben. Erflog bedeutet nunmal in der Marktwirtschaft “erfolgreich gewinnorientiert”, aus meiner Sicht. Wenn nun aber jemand andere Unternehmen wild aufkauft, obwohl man bei der Mehrzahl dieser Firmen noch keinen Plan hat wie diese jemals rentabel Geld verdienen sollen, dann finde ich diesen Titel nicht gerechtfertigt.

Nun wurde vor kurzem Stefan von Holtzbrinck zum Internet-Unternehmener des Jahres gewählt. Warum? Ganz einfach, er hat genau das gemacht, was ich oben beschrieben habe, er hat sämtliche Internet Start-Ups eingekauft.

Ob und wie sich das für Holtzbrinck rentieren wird, wird die Zukunft zeigen. Schätze aber eher, dass man bei der Mehrzahl dieser Firmen noch keinen wirklichen Plan hat, wie sie rentabel Geld verdienen soll. Nichts desto trotz, schön dass für die Wirtschaft auch andere Maßstäbe zählen als immer nur Gewinn. Da könnte man z.B. Mitarbeiterzufriedenheit nehmen oder eben auch das Kriterium “wer kauft die meisten Start-Ups ein”.

Im Text heißt es, Herr Holtzbrinck häbe Weitblick bewiesen und das Potentzial der neuen Medien erkannt. Sicher, das Netz hat Potenzial, bleibt nur die Frage wie rentabel? Dass im Web immer mehr die “kostnix” Mentalität der User durchschlägt, lässt die Problematik erahnen. Das man bei StudiVZ trotz angeblicher 2-3 Mio Usern noch lange nicht rentabel ist lässt auch tief blicken. Ausser durch Pokergames und Spamming lässt sich im Netz mit reinen internetbasierten Geschäftsmodellen immer schwerer Geld verdienen.

Mit Weitsicht hat das leider nix zu tun. Vieleicht hat Holtzbrinck lediglich erkannt, dass sich halt im Print auch kein Geld mehr verdienen lässt und da wählt man halt das, was noch am ehesten Erfolg verspricht. Deshalb heißt die Devise für die Zukunft: Sterben oder kaufen und vieleicht mit etwas Glück später sterben.

Das Internet ist kein Ponyhof! Herr Holtzbrinck.

Ein Kommentar to “Unternehmer des Jahres”

  1. r3lite :

    …und irgendwann, bald, platzt die Blase2.0, die, die sich am Anfang Web2.0 nannte. Die ganzen CommunitySeiten sind jetzt schon viel zuviele, um für den User noch attraktiv zu sein. Klüger wäre: Entwickelt mal jemand einlich ein Tool, mit dem ich alle solchen Dienste gleichzeitig nach neuen Nachrichten und Ähnlichem abfragen kann. StudiVZ wird sich nie wirklich rentieren für den Preis, vermutlich wirds schlicht weiterverkauft, vielleicht an Facebook, sozusagen an den Urideenhaber zurück. Wirr.

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