StudiVZ is evil!
Die Internet-Community www.studivz.de präsentiert sich nach aussen als jung, frisch, dynamisch und frei. Doch immer mehr negative Details kommen im Internet ans Licht. So zeigt es sich langsam, daß es beim StudiVZ vermutlich um handfeste finanzielle Interessen geht. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung äusserte sich Ehssan Dariani so:
“Ja, wir werden bald Werbung schalten, allerdings ganz dezent, so wie es unser Stil ist”.
In einer Pressemitteilung des StudiVZs steht auch geschrieben:
“Das Projekt finanziert sich langfristig über Medialeistungen”.
Was auch immer das heisen mag. Als weiteren Hinweis könnte man auch einen Text in den AGBs des StudiVZs verstehen:
“Der Betreiber behält sich jedoch das Recht vor, die Nutzung von bestimmten Diensten (z.B. SMS-Versand) auf der Plattform zur gegebenen Zeit entgeltlich zu gestalten und/oder über Werbung Einnahmen zu erzielen. Bei Inanspruchnahme von entgeltlichen Diensten akzeptiert der Nutzer die damit verbundene Zahlungsverpflichtung durch Klicken auf das in diesem Fall angebotene Bestätigungsfeld.”
Eins dürfte sicher sein, bei der Menge an persönlichen Daten, die die Studenten im StudiVZ preisgeben, werden einige Unternehmen viel Geld auf den Tisch legen um an diese begehrten Daten von gebildeten und vermutlich später gut verdienenden Studenten zu kommen. Und wenn viel Geld im Spiel ist, bleibt die Moral oft mals auf der Strecke. Die Datenschutzerklärung wäre auch schnell abgeändert.
Interessant erscheint auch die Zusammensetzung der Risikokapitalgeber. Unter anderem sind hier auch die Samwer-Brüder dabei. Ihres Zeichen ehemalige Besitzer von Jamba. Deren Geschäftsmodell und Unternehmensphilosophie sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, wie die Jamba-Blog-Krise gezeigt hat, sondern sich eher mit dem Vorwurf konfrontiert sah, ein Klingelton-Abzocker bei Kinder und Jugendlichen zu sein. Da erscheint es einem recht fraglich ob solche Personen nur aus Spaß an der studentischen Kommunikation ihr Geld beisteueren. Es lässt eher vermuten, daß die momentane Strategie eher auf schnellem Wachstum aufbaut. Der Eindruck vermittelt eine nicht kommerzielle Plattform ohne Werbung, was bei der Zielgruppe immer gut ankommt, wenn er nicht ständig zugespammt wird. Ist jedoch eine bestimmte Grösse erreicht, genügend Daten gesammelt und die Unternehmen überbieten sich mit astronomischen Geldpaketen um als erster personalisierte Werbung schalten zu dürfen, wird sich dieser Eindruck vermutlich ändern. Was ja dann den Nutzerzahlen keinen Abbruch mehr tut, da man bis dort alle Konkurrenten ausgestochen hat. Auch ein Verkauf wie im Paradebeispiel YouTube wird nicht ausgeschlossen: “Bis jetzt haben wir noch kein Angebot, aber wer weiß, ausgeschlossen ist es nicht.” sagen die StudiVZ Besitzer. Und wer weiß was in solch einem Fall mit seinen persönlichen Daten passiert.
Eine weitere Negativ Schlagzeile mit der sich das StudiVZ zur Zeit konfrontiert sieht, ist die des 1:1 kopierens des Designs und Layout von www.facebook.com. Im Prinzip das gleiche Design nur in blau. Wie der Blog “BasicThinking” sind sogar die PHP Fehlermeldungen die gleichen wie bei Facebook.
Eigentlich sollte man ja von Web 2.0 Start Up Unternehmen wie dem Besitzer von StudiVZ ein gewisses Verständis der Mechanisem im “neuen” Internet zumuten. Das dies eher nicht so ist, zeigt wohl folgender Satz von Dariani:
” …Kommentare von ungeeignetem (z.B. beileidigen Dritter) Inhalt oder absurde Spekulationen nach dem Muster des Herrn Peter Turi haben keinen Mehrwert für die Leser dieses Blogs, verärgern bloss die Leute und mich und führen zu schlechter Laune oder weiteren unsachlichen oder falschen Spekulationen. Diese und andere Themen können auf anderen Seiten/Blogs/Foren ausgetauscht werden…”.
Man könnte meinen das freie Meinungsäusserung, eigentlich die Essenz eines Blogs, bei StudiVZ nicht sehr willkommen ist. Was nicht sachgerechter Umgang mit Blogs, Bloggern und der Blogosphere anrichten kann, hat der Fall Jamba ja gezeigt.
Quellen:
http://www.basicthinking.de/blog/2006/10/31/studivz-blog-guter-stil/
http://www.sueddeutsche.de/,trt3m2/jobkarriere/berufstudium/artikel/79/88990/
Interessant ist auch das Video auf folgender Seite über einen der StudiVZ Gründer:
http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/14351


November 4th, 2006 at 05:02
Replik von Studivz…
Hmmtja, Ehssan blogt wieder:Offenbar sind meine Formulierungen und flotten Sprüche in letzter Zeit der Nährboden für alle……
November 5th, 2006 at 18:21
[...] On top of all these problems, the founders of StudiVZ seem to be ill-advised on their PR strategy. Even though they have their own blog, they are not systematically trying to organize public support for their website in the blog-o-sphere by communicating about problems and reacting to critique. Instead they often respond with bad communication. Some bloggers also criticize that StudiVZ does not fully disclose their business model (see Sichelputzer, Robert Basic (I), Robert Basic (II), Sherpa, Visual Blog, Blognroll, BlogDoch, Fallenbeck, Agenturblog). [...]