Rette sich wer kann

Rette sich wer kann

Am besten mit Geld vom Steuerzahler. Es ist Mode, dass in Zeiten wie diesen große Unternehmen mal kurz vom Staat “gerettet” werden. Ob Opel hier, Qimonda da (wer ist eigetlich Qimonda und wieso sollte man die retten wollen?), GM dort und viele weitere.

Jeder weiß das, nach guten Jahren kommen auch mal schlechte und man sollte sich auch darauf vorbereiten. Die Wirtschaft ist kein Ponyhof. Auch Oma wußte schon warum Sie immer ein paar Euros im Sparstrumpf unter der Matratze hatte. Wenn ein Unternehmen jahrelang Gewinne macht, sollte es doch auch Rücklagen für schlechte Zeiten bilden. Tut es das nicht, tja, dann wird es vom Markt verschwinden. Hat solch ein Unternehmen noch ein Recht an einem mehr oder weniger freien Markt teilzunehmen? Ich denke nein. Der Markt macht genau das was er jahrelang sollte, er regelt und säubert sich selbst.

Sind also diese aktuellen staatlichen Eingriffe berechtigt? Ich denke auch nicht. Staatliche Eingriffe sind bei zwei Punkten richtig. Entweder es gibt eine ungerechtigkeit am Markt oder ein Marktfehler.

Nur weil Unternehmen nicht für schlechte Zeiten entsprechend vorsorgen, ist dies noch lange kein Marktfehler. Es ist schlicht ein Unternehmen, dass falsch gewirtschaftet hat und nicht vorauschauend handelt. Davon können wir bei Autoindustrie in den USA mal getrost ausgehen. Ein Marktfehler ist das offensichtlich nicht. Von einer Ungerechtigkeit am Markt kann auch keine Rede sein. Sorgt ein Unternehmen nicht vor ist das noch lange keine Ungerechtigkeit am Markt. Im Gegenteil, staatliche Eingriffe wie wir sie zur Zeit haben schaffen erst Ungerechtigkeit, da sie den Markt verzerren und strukturellen Wandeln am Ende nur verzögern. Unterliegt das Unternehmen noch dem strukturellen Wandel ist eigentlich nur ein unnötiges verbrennen von Steuergeldern, den füher oder später wird das Unternehmen vom Markt verschwinden.

Wahlkampfinteressen von Politikern und medienwirksame Lobbyarbeit sollten keine Gründe für einen Staat sein ein Unternehmen zu retten. Es kann ja nicht sein, dass Unternehmen jahrlang große Gewinne einfahren, doch sobald es mal ein paar Monate nach unten geht so schnell insolvent gehen und der Staat dann für die Verluste einspringen soll.

Nochmal, die Ungerechtigkeit am System ist, dass Gewinne privatisiert und Verluste auf die Mehrheit, also den Steuerzahler, abgewälzt werden. Das Gewinne privatisiert werden, kein Problem, aber dann müssen die Verluste auch privat bleiben bzw. der Markt sich selber regeln können. Ein nicht ganz auf den Markt passendes Beispiel aber denoch sehr interessant ist eine schweizer Bank. Die geht mit gutem Beispiel voran. Ihre Investmentbanker, die jahrelang hohe Boni erhielten und mit riskanten Papieren spekulierten werden erhalten nun in diesen schlechten Zeiten als Prämien ihre eigenen riskanten Papieren. Damit tragen sie das Gewinn- und Verlustrisiko komplett selbst. Hoher Gewinn = hohes Risiko.

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