Ne, klar! Sind auch optimale Zeiten dazu. Ein Autobauer der so überflüssig am Markt ist wie nur was, schwingt sich auf zu großen Taten, in Zeiten in denen der Automobilmarkt weltweit übersättigt ist. Gemeinsam mit seinen neuen Herren Magna und einer russichen Bank mit angeschlossener Automobilabteilung namens GAZ, will man jetzt ganz groß im russischen Markt einsteigen. Welchen Bären will man uns da aufbinden?
Mal abgesehen davon, dass es in Rußland kaum noch Menschen geben wird die sich überhaupt noch ein Auto leisten können, sollen Sie jetzt Autos kaufen die in Ländern mit hohem Lohniveau und einer starken Währung entwickelt wurden. Und die Leute, die sich solche “West”-Autos noch leisten können, werden mit ziemlicher Sicherheit mal schön die Finger von Opel lassen, da man erstens sowieso nicht weiß ob das länger als zwei Jahre gut geht, zweitens Opel einfach keinen guten Ruf hat und drittens diese Leute vermutlich lieber mit Mercedes, BMW oder Porsche spielen. Doch selbst denen gehts gerade nicht sehr gut. Woher soll dann die Kaufkraft für Opel kommen?
Und dieser ganze Schwachsinn wird noch mit 1,5 Mrd Überbrückungskredit aus Steuergeldern und 4,5 Mrd Garantien, für die ebenfalls der Steuerzahler haftet, gefördert. Lei mer`s quer!
Aber es ist ja Wahljahr!
Mal eine Alternative, die ich in den Kommentaren des gerade verlinkten Blog gelesen habe. Warum nimmt man nicht das Geld, gibt jedem Opel Mitarbeiter seine 200 000 Euro, mit denen gerade versucht wird seinen Arbeitsplatz zu retten, steckt ihn in eine Existenzgründerseminar und lässt ihn mit diesem Startkapital was auf die Beine stellen? So könnte man mehrere Probleme lösen. 1. eine Region die praktisch nur von Opel lebt könnte endlich den industiellen Strukturwandel überwinden und 2. neue innovativere Arbeitsplätze schaffen und damit die Region nachhaltig verändern. Klingt jetzt sicher alles extrem theoretisch und ist praktisch sicher nicht in ein paar Sätzen ausgedacht, nicht jeder wird als Existenzgründer geboren und sicher benötigt der ein oder andere eher eine Umschulung, als ein Existenzgründerkurs und die Ideen zur eigenen Existenz müssen auch erstmal da sein und von heute auf morgen geht das ganze sowieso nicht. Aber! Wenn von 100 vielleicht 5 sehr erfolgreich sind und mit den 200 000 Euro etwas auf die Beine bekommen und der ein oder andere von davon ca. 15-30 Mitarbeiter einstellt, dann sollten die Probleme der Region nachhaltig gelöst sein.















Naja, ich stehe ja auf Satire, aber sie sollte der Wirklichkeit schon noch die Chance geben, sich zu behaupten. Was sollen denn freigesetzte Opel-Mitarbeiter mit einer Existenzgründerzulage aus der Liquidationsmasse von Opel anstellen? Zulieferer zur Automobilbranche werden? Rückspiegel und Tachonadeln produzieren? Für wen denn? Oder sollen sie alle ins Webdesign einsteigen und Satireblogs anbieten? Echt. Es war schon nötig, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Opel zu stützen. Nur: Wie es jetzt laufen wird, ist nicht beruhigend. Ich glaube nicht, dass Sperbank ein seriöser Partner ist, der Opel langfristig das Überleben sichert.
Auf meinem Blog habe ich ebenfalls mit dem Thema befasst. Allerdings ist der Text dort auch nicht ganz satirefrei:
http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/05/31/opel-rettung/
Godwi