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Handelsblatt zensiert

Beim Handelsblatt mag man keine Krisen. Verständlich, keiner mag Krisen. Eine gute Konjunktur und gute Geschäfte sorgen schließlich auch für gute Anzeigekunden von denen man ja schließlich finanziell gewissermaßen abhängig ist. Doch leider gibt es nach jeder Kurve gen Norden auch eine gen Süden. Krisen sind nun mal Teil der Geschichte und auch der Zukunft. Krisen lassen sie sich leider nicht einfach wegreden oder gar wegzensieren.

Aber anscheinend denkt man das beim Handelsblatt. Wenn man Blogs, wie das Handelsblatt, betreibt sollte man sich auch bewußt sein, dass dort durchaus Beiträge verfasst werden, die nicht unbedingt erst durch die Anzeigenkundenzensurabteilung (von manchen auch Redaktion genannt) geleitet werden. So kommt es das ein Handelblatt Blogger einen guten Beitrag über die Sicherheit unserer Bankeinlagen geschrieben und damit einige deutliche Worte zum tatsächlichen Stand der Krise gefunden. Was bisher in den Medien doch eher unterm Tisch gehalten wird. Dies hat der Handelsblatt Redaktion offensichtlich nicht gefallen, worauf der Beitrag vom Handelsblatt aus dem Netz genommen wurde.

Der Blogger hat darauf, aus meiner Sicht, die richtige Konsequenz gezogen und das Blog auf Handelsblatt dicht gemacht.

Blogs und klassische Medien verstehen sich einfach nicht, solange wirtschaftliche Interesse im Vordergrund stehen und nicht die redaktionelle Freiheit.

Via

Inhalte aus dem gelöschten Beitrag finden sich an der Blogbar.

Update:

Den ganzen gelöschten Artikel gibts nun hier:

http://oekonomie.blogger.de/stories/1234230/

Update II:

Eine Stellungnahme der Handelsblatt Redaktion gibts jetzt in den Kommentaren.

5 Kommentare to “Handelsblatt zensiert”

  1. ajku :

    Oder hier:

    http://oekonomie.blogger.de/stories/1234230/

    (Via)

  2. mein-parteibuch.com » Blogspaß mit dem Handelsblatt :

    [...] der Artikel auch nicht nahezu ungelesen verstaubt, sondern richtig berühmt geworden. Soviel Aufmerksamkeit hätte der Artikel nicht mal bekommen, wenn die Holtzbrinck-Verlagsgruppe ihn in allen seinen [...]

  3. Bernd Ziesemer & Sven Scheffler :

    Am vergangenen Sonntag wurde auf Veranlassung der Handelsblatt-Chefredaktion der Beitrag „Die Welt-Finanzkrise: was ist los mit Commerzbank, Dresdner Bank, UBS und Fortis?“ aus dem Handelsblatt-Blog von Harald Uhlig entfernt.

    Uns ist bewusst, dass dies einen tiefgreifenden Eingriff in das Blog von Herrn Uhlig darstellt.

    Grund für unsere Entscheidung war die Befürchtung, dass der Blog-Beitrag von Herrn Uhlig in der Öffentlichkeit irrtümlich nicht als die persönliche Meinung eines Wissenschaftlers, sondern als redaktioneller Beitrag des Handelsblatt wahrgenommen werden könnte und der Eindruck entsteht, das Handelsblatt rufe zu einem „Run“ auf die Commerzbank und andere Finanzhäuser auf.

    In einer Situation, die ohnehin sehr fragil ist, wollten wir jedes Risiko ausschließen, durch missverständliche Äußerungen eine Panik in der deutschen Finanzindustrie zu verursachen. Dies haben wir höher bewertet als die Meinungsfreiheit unseres Bloggers.

    Wir bitten Herrn Uhlig und unsere Leser dafür um Verständnis.

    Bernd Ziesemer & Sven Scheffler

  4. dd :

    Vielen Dank für Ihre Stellungsnahme. Grundsätzlich finde ich es gut, dass Sie sich zu diesem Thema äußern und Ihre Position darlegen. Persönlich kann ich sie auch bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen.

    Denoch, und ist nicht unbedingt nur ein Problem beim Handelsblatt sondern bei sämtlichen größeren Medien, wird von den klassichen Medien über die Krise nicht authentisch berichtet. Es ist traurig, dass man sich ein Bild zur realistischen Lage zur Zeit eigentlich nur in Blogs holen kann. Die klassischen Medien beschränken sich in gegenseitiger Bescheidenheit und mit Beschwichtigungen. Man will ja schließlich keine Panik machen. Dass man aber seit Jahren die Bevölkerung mit der angeblich ständigen akuten Terrorgefahr in Angst hält, dass vergißt man dabei schnell.

    Wo bleiben die Berichte über die Finanzsituation in Island? Was ist mit Unicredit? Was macht Irland da eigentlich gerade konträr gegen die EU? Warum haben Blogger bereits letzten Montag die Situation bei HRE richtig eigeschätzt und die Medien plappern nun lediglich die Presseerklärungen der Banken nach, die nicht mal einen Quartalsbericht lesen können? Warum wurde hier nicht ebenfalls richtig recherchiert? Müssen Blogger den klassischen Medien zeigen wie es geht? Ich dachte eigentlich die klassischen Medien stehen für Qualität? Dieses Gefühl habe ich in dieser Krise definitiv nicht.

    Eins ist sicher, genau DAS, dieses teilweise verlogene Schweigen bestimmter Medien, dieses unzureichende recherchieren und berichten, dieses Beschwichtigen, das “unwissend halten” der Bevölkerung wie es wirklich ausschaut, genau DAS schafft weder neues VERTRAUEN in die Banken, geschweige den überhaupt in die klassischen Medien.

    Und wenn diese Banken die genannt worden sind, wirklich Mist gebaut haben, und dass hat mittlerweile fast jede Bank, dann gehört ihnen nichts anderes als der Bankrun.

  5. Stellungnahme vom Handelsblatt | + Blog`N`Roll + :

    [...] Zensur eines Artikels auf einem Handelsblattblog gibt jetzt auf B’n’R hier in den [...]

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