Das amerikanische Studentenportal Facebook will offenbar nach Deutschland! Damit bekommt das offensichtlich von Facebook kopierte deutsche Studentenportal StudiVZ neue Konkurrenz.
In Deutschland hat StudiVZ mittlerweile Monopolstatus. Deutsche Konkurrenzportale wie z.b. Unister hatten eigentlich nie eine Chance, sie waren technisch nicht besser, teilweise unübersichtlicher und nicht immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Facebook hat ca. 3 mal soviel User wie StudiVZ, doch auf dem deutschen Markt kennt man das Portal eigentlich nicht. Das soll sich jetzt mit einer deutschsprachigen Facebook Version ändern. Damit erklärt Facebbok StudiVZ den Kampf.
Doch hat Facebook eine Chance? Der Markt für solche Social Communities ist quasi naturgemäß ein monopolistischer. D.h. “es kann nur Einen geben!” Das Portal mit den meisten Nutzern zieht in der Regel auch schnell alle anderen der Zeilgruppe an. Wie die Mücken zum Licht, schwärmen die Nutzer zu dem, bei dem die Chance am Höchsten ist, die meisten Freunde zu treffen. StudiVZ hat dies sehr gut umgesetzt bzw. von Facebook kopiert, mit Einfachheit des Layouts und der intuitiven Bedinung. Ohne viel Schnickschnack und einer sehr übersichtlichen Oberfläche hat es schnell viele Nutzer gewinnen können. Was wiederum weitere Nutzer angeklockt hat und so zu einem rasanten Wachstum führte. Innerhalb von 1 Jahr auf ca. 1,8 – 2 Mio Nutzer in Deutschland.
Und nun kommt Facebook und will StudiVZ die Studenten abjagen? Keine leichte Aufgabe. Keine Frage die Plattform scheint technisch viel ausgereifter als StudiVZ. Doch das dies die Nutzer wenig interessiert, hat man nach den Hackervorfällen im Frühjahr gesehen.
Was an Facebook aber ausschlaggebend sein könnte, sind Erweiterungen mit anderen Web-Diensten wie z.B. Plazes, die einen weiteren Mehrwert bieten. Bleibt nur die Frage ob deutsche Studenten diese Erweiterungen wollen oder sie eher als lästiges Anhängsel sehen, was die Plattform komplexer und damit komlizierter macht. Facebook könnte auch von der zunehmenden Werbeflut auf StudiVZ profiteren, diese ist teilweise nervig und stört, was bei Facebook eher dezenter eingesetzt wird.
Problematisch wird aber eher, die Studenten wirklich dazu zu bewegen ihre Strukturen bei StudiVZ aufzulösen und zu Facebook zu wechseln, um dort ihre Freundeslisten und Fotoalben wieder neu anzulegen. Ich sehe die Chance eher bei den kommenden Studenten. Da “Student sein” ja ein begrenzter Zeitraum ist und zweimal im Jahr zu Semesteranfang wieder Neue kommen, dürfte es mit gutem Marketing möglich sein diese zu Facebook zu bewegen und somit StudiVZ das nachfliesende Wasser abzugraben.
Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich ein Aufkauf von StudiVZ. Da Holtzbrinck jedoch eine Strategie mit StudiVZ verfolgt (Ausbau der Online-Aktivitäten) dürfte dies nicht einfach werden. Man darf also gespannt sein. Der Kampf um die Studenten geht erst los und StudiVZ hat noch schwere Stunden vor sich!














