Heiß ging es am Wochenende in der Republik her. In Hamburg rebellierte die Jugend gegen eine Nazidemo und am nächsten Tag beim Schanzenfest. In Berlin fand die große “Freiheit statt Angst” Demo statt, zu der Organisationen wie der AK Vorratsdatenspeicherung, die Piratenpartei und einige Gewerkschaften aufgerufen haben. Und bei beiden blieb es leider nicht friedlich.
In mittlerweile beinahe vierteljährlicher Wiederholung eskalieren in Hamburg Demonstrationen zu unbeschrieblichen Krawallen. Wer einmal mittendrin war, der wird solch ein Erlebnis so schnell nicht wieder vergessen. Die Aggressivität ist auf beiden Seiten zu spüren, sowohl bei Linksautonomen als auch auf Seiten der Polizei. Wer schonmal vor einer Hundertschaft mit Helmen, Schützern und Schlagstöcken stand, der bekommt automatisch eine gewisse Abneigung gegen solch ein Aufgebot. Auf der anderen Seite können es viele viele Autonome einfach nicht lassen die Geduld dieser Einheiten mit Steinen und Flaschen zu strapazieren. Die Reaktion ist klar, die Eskalation ist unvermeidbar. Null Toleranz ist nicht nur die Parole der Polizei, sie ist es ebenso einiger gewaltbereiter Jugendlicher auf der anderen Seite.
Eine Generation probt den Aufstand und ich meine, dass man darin in Hamburg und in Berlin eine gewisse Zukunft ablesen kann. Die Frustration, Unzufriedenheit und das Gefühl nicht verstanden zu werden werden in einer ganzen Generation täglich größer. Es sind nicht mehr nur einzelne Personen, wie irgendwelche Nerds die für Datenschutz demonstrieren oder ein paar linke Autonome, die gegen rechts oder Polizeistaat sind. Bei diesen Demos sind zunehmend Menschen wie du und ich, aus normalen geregelten Verhältnissen und aus allen Gesellschaftsschichten.
Was zeigen uns den die von mal zu mal extremeren Krawalle in Hamburg? Sie zeigen uns, dass es eine Generation gibt, die für sich keinen Platz mehr sieht, die frustriert ist über die Zukunftsperpektiven und die sich nicht mehr verstanden fühlt. Es sollte eigentlich ein Warnsignal sein. Doch anstatt dieses zu beachten, begegnet man dem ganzen mit noch mehr Polizei, mit noch mehr Verboten und noch mehr gesetzlichen Beschränkungen.
Auch in Berlin gingen gestern mit großem Medienecho 25 000 überwiegend junge Menschen auf die Straße um gegen den zunehmenden Überwachungs- und Sicherheitswahn unserer Regierung zu protestieren. Weitgehend friedlich. Doch leider konnte es dort die Polizei nicht lassen, friedliche Demonstranten zu verprügeln. Und ich finde dieses Video sagt alles, darin verprügeln Polizisten einen völlig friedlichen Fahrradfahrer am Rande der Demo in Berlin:
Leider fördert sowas nicht unbedingt mein Vertrauen in unsere Polizei. Wenn ich mehr Angst vor der Polizei wegen Willkür haben muss, als vor gewaltbereiten Mitdemonstranten, dann stimmt da was nicht. Die TAZ berichtet ebenfalls.
Weitere Links und Updates gibts dazu gibts bei fefe. Verlinkt und verbreitet das Video weiter.Wenn man fefe richtig versteht, möchte der CCC (Choas Computer Club, Mitveranstalter der Demo in Berlin) möglicherweise rechtlich dagegen vorgehen und sucht weitere Zeugen.














